Dienstag, 25. März 2014

Rezension: Heartbeat Away von Laura Summers




Autor: Laura Summers
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 25. Juli 2012
ISBN: 978-3-8000-5695-8
Gebundene Ausgabe: 235 Seiten; 14,95€
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Eine sanfte Erzählung über ein wichtiges Thema und ein starkes Mädchen!











"Die 14-jährige Becky Simmons muss sich einer Herztransplantation unterziehen. Ihr schwaches Herz hat der schüchternen Teenagerin ihre Kindheit geraubt, doch mit dem neuen soll alles besser werden. Nach der OP zeigen sich bei Becky ungewöhnliche Nebenwirkungen: Ihr Geschmack verändert sich, sie erkennt Orte wieder, an denen sie zuvor nie gewesen ist, und sie sieht immer wieder das Bild eines Jungen vor ihrem inneren Auge, der etwa in ihrem Alter ist. Haben die Veränderungen mit ihrem neuen Herzen zu tun? Es scheint als würde sich ihr Leben immer mehr mit dem ihres Spenders verflechten. Becky beschließt, mehr über ihn herauszufinden. Und dieser Entschluss verändert ein weiteres Mal ihr Leben."







Zunächst einmal ein paar Besonderheiten in diesem Buch:
1. Die Kaptiel sind sehr kurz, meist nur 4-6 Seiten lang
2. Das Buch ist in der Gegenwartsform geschrieben, sodass der Leser sich jederzeit mitten im Geschehen befindet
3. Obwohl das erste Kapitel "Warten" heißt muss man nicht lange warten, bis das Buch Fahrt aufnimmt und zur Sache kommt

Mit seinen 235 Seiten ist "Heartbeat Away" schon fast ein Büchlein und ruck zuck durchgelesen.
Anfangs lernt der Leser Beckys Situation kennen, das Leben vor und vor allem nach ihrer Organtransplantion.
Nicht nur das erhöhte Infektionsrisiko und andere Einschränkungen, die solch ein Unterfangen mit sich bringen machen Becky das Leben schwer. Auch alltägliche Problemen wie die Aufarbeitung der Scheidung ihrer Eltern, Mobbing in der Schule, Stress mit den Freundinnen u. Ä. machen Becky zu schaffen.

Trotz all den Widrigkeiten denen die 14-Jährige ausgesetzt ist, hat das Buch aus Beckys Sicht einen sehr positiven Ton. Sie muss lernen mit ihren Einschränkungen umzugehen und das Beste daraus zu machen.
Jeden Teenager betrifft das Thema mit seinen Schwächen klar zu kommen und in seine Stärken zu investieren.
Becky ist in einer Extremsituation und ist deswegen schon viel früher gezwungen sich selbst kennen zu lernen, genauso wie der Rest der Familie und ihre Freundinnen dazu gezwungen sind, zu lernen mit der Situation umzugehen. All das wurde aus meiner Sicht sehr gut umgesetzt!

Der "Rote Faden" wird hier durch ein kleines Fantasy-Element eingewoben ;-) Das finde ich durchaus legitim! Nach Beckys Herztransplantion verändert sie sich, hat Visionen und sieht Orte und Menschen, die sie eigentlich gar nicht kennt. Das bringt Spannung in das Buch und ließ mich miträtseln, wer der Junge ist, den sie sieht, warum sie plötzlich Schwäne malt und warum "alles glänzend" ist.
Als Becky auf Sam trifft macht ihr Herz auf einmal einen Salto. Nicht nur weil er unglaublich gut aussieht, sondern auch weil sie ihn schon einmal gesehen hat - in ihren Visionen! Eine spannende Suche nach der Wahrheit beginnt.

Oft habe ich in Rezensionen gelesen, dass die Charaktere schwammig bleiben.
Da muss ich widersprechen. Becky fühlte ich mich sehr nah, weil man sie durch das ganze Buch begleitet. Ihre Freundinnen spielen eigentlich keine große Rolle, weil sie mit Beckys Situation nicht so gut klar kommen und ihr deswegen auch nicht mehr zur Seite stehen. Das ist für Becky zwar traurig, aber durchaus realistisch.
Beckys Stiefvater spielt schon fast eine größere Rolle als die Mama, weil die Beziehung zwischen ihm und Becky schwieriger und ihre Entwicklung deswegen auch wichtiger für die Geschichte ist. Ich konnte die Eltern und auch den kleinen Stiefbruder gut greifen, aber sie kommen nun mal auch nur am Rande vor. Genauso wie Alice, die eine kleine, aber sehr wichtige Rolle einnimmt. So könnte ich ewig weitermachen, denn es gibt viele (nicht zu viele) Charaktere in Beckys Leben und sie kamen mir alle stimmig, realistisch und nie überflüssig vor. Es bleibt aber: In diesem Buch geht es um Becky und um ihr Erwachsenwerden! Die anderen Personen haben nur Nebenrollen, sind deswegen aber nciht gleich unrealistisch.

Zu gute Letzt bleibt da noch Sam. Er war für mich auch sehr gelungen, denn er nimmt eher die Rolle des verständnisvollen Begleiters in dieser Geschichte ein. Und es ist genau das, was Becky gerade braucht. Jemanden, der auch etwas durchgemacht hat, ein offenes Ohr und Ablenkung bietet. Es ist genau das, woraus sich eine sanfte Liebesgeschichte entwickelnt könnte. Würden sie von Anfang an um einander herumtänzeln, sich ständig necken und auf Partys herumknutschen hätte das ganze nicht nur keine Zukunft, sondern auch nichts in einem Buch mit einer solchen Thematik zu suchen.

Die Sprache ist einfach, die Kapitel sind kurz. Deshalb könnte ich das Buch Lesern ab 12 Jahren empfehlen. Durch die ernste Thematik und die Spannung ist es aber durchaus auch für ältere Leser geeignet.







Für mich ein sehr gelungenes Buch über ein Mädchen, das mit einer schweren Situation konfrontiert wird - und dadurch wahre Stärke erlangt, sich selbst kennenlernt und am eigene Leib erfährt, wie wertvoll das Leben ist.
Außerdem sollte es jeden noch einmal ernsthaft über einen Organspendeausweis nachdenken lassen!
5 von 5 Schmetterlingen

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