Montag, 21. Juli 2014

Rezension: Vampire Empire - Schattenprinz von Clay & Susan Griffith



Autor: Clay & Susan Griffith
Originaltitel: Vampire Empire - The Greyfriar
Reihe (Rezensionen im Garten)
  • Band 1: The Greyfriar (Schattenprinz)
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 12. Dezember 2011
ISBN: 978-3-4535-2916-8
Taschenbuch: 448 Seiten; vergriffen || Kindle: 7,99€
Bestellen: HIER


Steampunkiger Krieg zwischen Menschen und Vampiren
Frischer Wind im Vampir-Genre







"Vor hundertfünfzig Jahren haben Vampire die Menschen aus den nördlichen Gefilden der Erde vertrieben, doch nun holt die Menschheit zum Gegenschlag aus. Aus diesem Grund reist Prinzessin Adele, die ebenso schöne wie schlagfertige Thronfolgerin des Kaiserreiches Equatoria, in die nördlichen Grenzgebiete, als sie plötzlich angegriffen wird. Erst in allerletzter Sekunde gelingt ihr mithilfe eines mysteriösen Fremden die Flucht. Die Prinzessin ist sofort fasziniert von dem unbekannten Vampirjäger, doch ihr Retter verbirgt ein tödliches Geheimnis..."







Als Fan des Vampir-, oder Urban- und Dark-Fantasy-Genres allgemein war ich gespannt auf eine Geschichte mit so einem interessanten Ausgangspunkt.

Ein kurzer Einblick...
Die Menschheit, wie wir sie kennen hat nie existiert. Unsere Vorfahren wurden von den Vampiren aus dem kalten Norden vertrieben. Was blieb, war der Rückzug in den Süden. Unter einer Neuformatierung mit Alexandria als Machtzemtrum regenerierten sich die menschlichen Kräfte 150 Jahre lang, um zum verheerenden Gegenschlag auszuhohlen.
Bevorsteht ein Krieg, den die Menschheit nur mit vereinten Kräften bestreiten kann. Um eine solche Einigung herbeizuführen soll durch die Ehe zwischen der Prinzessin von Equatoria und dem Senator aus Amerika ein politisches und militärisches Bündnis zwischen den beiden größten menschlichen Nationen geschlossen werden. Umso schwerer wiegt der Zeitpunkt kurz vor der Hochzeit, den die Vampire wählten, um die equatorianische Prinzessin Adele zu entführen.

Als nun Senator Clark auf seinem pompösen Luftschiff im Hafen von Equatoria empfangen wird, muss er grimmig feststellen, dass der Besitz sowohl seiner zukünftigen Ehegattin als auch der, der großen Luftschiff-Flotte von Equatoria mit der verschobenen Ehe in weite Ferne rückt. Doch Senator Clark wäre nicht als der berüchtigte Vampirtöter bekannt, wenn er nicht alle Hebel in Bewegung setzen würde, um seine Zukünftige aus den Klauen der untoten Monster zu befreien.

Doch nicht nur die Amerikaner eilen zu Prinzessin Adeles Rettung - auch ein geheimnissvoller, vermumter Schwertkämpfer, der unter dem Namen Greyfriar Vampire jagt, hilft Adele den Vampiren zu entkommen.

Wer sich nun die Vampire als groß, dunkel, gutaussehend und vielleicht ein wenig blutrünstig vorstellt, der liegt hier gründlich daneben. Krallen an den Händen, ungewöhnliche Schnelle, außergewöhnliches Sehvermögen und Gehör, sowie die Fähigkeit zu fliegen machen die Vampire aus diesem Buch zu gefährlichen Gegnern. Doch sie haben auch Schwächen - und nein, ich meine nicht Knoblauch, Sonnenstrahlen und Kurzifixe, die sie höchstens etwas schwächen - sondern einen unterentwickelten Tastsinn, der sie ungeschickt macht. Feine Handarbeit, wie Schreiben, Stricken, aber auch Bauen sind fast undenkbar. Dies führt zu einem interessanten Gedankengang: Vampire erschaffen nichts, sie üben sich nicht in Kunstfertigkeiten, überliefern nichts, erbauen nichts.

Clanchef der Vampire ist Cesare, der für die Menschen und ihre Fertigkeiten nichts übrig hat. Getrieben von einer geheimen Furcht vor den Menschen versucht er die anderen Clans zu einem Krieg gegen die Menschen zu bewegen.
Ganz anders ist sein Bruder Gareth, der sich für die Menschen und ihre Kultur interessiert. Er will die Vampire dazu bringen mit den Menschen zusammen zu arbeiten. Die Prinzessin von Equatoria auf seine Seite zu ziehen wäre eine große politische Errungenschaft für ihn, doch Adele hält absolut nichts von Vampiren und sehnt sich nach dem Greyfriar, der ihr Herz unerlaubt hoch schlagen lässt.

Ich kann mich nicht erinnern in einer meiner Rezensionen schonmal eine so lange Personenbeschreibung gegeben zu haben und ich könnte auch noch viel mehr über viele weitere Figuren schreiben, denn dieses Buch hat einiges zu bieten. Es hat viele Handlungsstränge, ist aus vielen Sichtweisen geschrieben und kompliziert genug gestirckt, um durchweg spannend zu sein. Dabei ist es zu keiner Zeit verwirrend oder überfordernd. Die vielen unterschiedlichen Charaktere und Parteien sind nachvollziehbar in ihrer Handlung und in ihrer Persönlichkeit deutlich und interessant.
Das Buch überzeugt nicht nur mit Witz und Spannung, sondern auch mit der Geschichte, die mit Intrigen, geheimen Zirkeln, politischen Schachzügen und Vielschichtigkeit besticht.

Die Sprache ist sehr flüssig, verständlich und gut zu lesen. Da es sich hierbei nicht um einen Erotikroman handelt, es aber schon ab und zu mal blutig wird, würde ich das Buch ab 14 Jahren empfehlen.

Sonstiges:
Leider wird die Reihe nicht weiter auf Deutsch übersetzt, was ich sehr bedauere. Weiterlesen kann man sie im Moment nur auf Englisch. Dort geht es weiter mit "The Rift Walker" und danach "The Kingmakers".






Ein wenig Romantik, ganz viel Spannung und ein Hauch Magie dominieren das Buch. Die Luftschiffe, Waffen und der eigentümlichen Kleiungsstil erzeugen eine Steampunk-Athmosphäre, die mir sehr gefallen hat.
Durch all das unterscheidet sich dieses Vampirbuch von anderen und lässt einen frischen Wind durch das Genre wehen. Mit großen Erwartungen werde ich diese Serie (bisher Trilogie) weiterverfolgen und empfehle sie an Genre-Fans und die, die es noch werden wollen weiter!

5/5 Schmetterlingen für einen spannenden Fantasy-Auftakt

Kommentare:

  1. Das klingt tatsächlich mal nach frischem Wind, wobei ich es immer sehr schade finde, wenn neue Reihen dann nicht weiter übersetzt werden. Klar, die Verkaufszahlen, klar, man kann sie auch im Original lesen, aber irgendwie doch ärgerlich sowas. Passiert ja viel zu oft.

    Aber nichtsdestotrotz wollte ich eigentlich sagen, toll geschrieben! ;) Und da Du dich als Fan des Vampir-, Urban-, Dark Fantasy-Genres geoutet hast, hast Du mich gleich mal als neue Stalkerin gewonnen, die Kombination sagt mir enorm zu! ^^

    Liebe Grüße, WortGestalt

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallöchen :-)

      Herzlich willkommen hier im Garten! Nciht jede Bücherreihe ist im Englischen für einen Laien verständlich. Einige Bücher habe ich auf Englisch schon gelesen, aber am liebsten habe ich sie auf Deutsch später noch einmal gelesen und dabei viele Dinge entdeckt, die mir auf Englisch entgangen sind. Es ist wirklich schade, wie oft eine Reihe nicht übersetzt wird :-(

      Ich habe vor, mich in nächster Zeit wieder mehr auf das Fantasy-Genre zu konzentrieren. Denn obwohl ich auch andere Genres sehr liebe, schlägt hier einfach mein Herz - abgesehen davon dass es fast die Hälfte meines Bücherregals einnimmt. Die wenigsten Reihen, die ich gelesen habe, habe ich auf meinem Blog schon rezensiert. Das will ich jetzt ändern! :-)

      Liebe Grüße
      Souci

      Löschen
    2. Ja das stimmt, fällt mir besonders im Thriller-und Krimibereich immer wieder auf, die ganzen Fachausdrücke sind, zumindest am Anfang, erstmal eine Hürde. Und im Urban Fantasy-Bereich gibt es ja doch sehr wenig deutschsprachige Autoren.

      Dann bin ich mal gespannt, was ich in nächster Zeit noch so bei Dir entdecken werde, ich hab mich ganz neugierig an dich drangehangen und freu mich auf weitere Posts! :D

      Liebe Grüße!!

      Löschen