Montag, 19. Mai 2014

FilmReview: Jesus liebt mich + Buchvergleich



Filmstart: 20. Dezember 2013
Filmstudio: Ufa Film
Dauer: 100 min.
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Regie: Florian David Fitz (Regie Debüt)
Drehbuchautor: Florian David Fitz
Musik: Marcel Barsotti (Die Päpstin)
Hauptrollen: Jessica Schwarz, Florian David Fitz
Zum Buch: KLICK

Ein Weltuntergang mit himmlischem Humor und teuflischem Widersacher







"Marie (Jessica Schwarz) scheint in Jeshua (Florian David Fitz) endlich den perfekten Mann gefunden zu haben. Er kann gut zuhören, ist selbstlos und zur Abwechslung mal kein Egoist. Aber ein bisschen seltsam ist er schon. Er kommt aus Palästina, hat einen schlechten Frisör und wäscht wildfremden Menschen die Füße. Langsam geht Marie ein Licht auf, in wen sie sich da verliebt hat …"







Ich habe das Buch damals mit großer Begeisterung gelesen. Es war mein erstes Buch von David Safier, aber der Humor hat mich sofort angesprochen.
Es nimmt vieles aufs Korn, ohne dabei respektlos zu sein.
Nun blieb abzuwarten, ob der Film diesen Drahtseilakt ebenfalls schafft.  Die Antwort darauf ist leider etwas länger.

Positiv

Was hat mir am Film gefallen? Fast alles!
Er hatte Witz, er hatte Charme, er hat niemanden angegriffen, er war sogar stellenweise sehr aufrüttelnd.

Diese Komödie ist einfach mehr witzig als ernst. Genauso wie das Buch.
Ein bisschen aus der Reihe fällt ein Twist am Ende - aber mehr dazu gibts unter "Negativ".
Ansonsten blieb der Film dem Buch humortechnisch sehr treu. Ein paar Charaktere sind herausgelassen worden, allen vorran Maries Schwester, die im Buch eine wichtige Hauptrolle spielt.
Mich hat das nicht gestört, denn manche Einzelschicksale, die gut in das Buch gepasst haben hätten im Film einfach zu viel Platz weggenommen.
Die Aussparungen, die also bei der Verfilmung eines Buches nunmal anfallen fand ich gut gewählt. Die Geschichte und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und ich habe die meisten Charaktere sofort wiedererkennen können.

Einen großen Pluspunkt verdient der Film sich noch durch das gelungene Intro. Ich habe herzlich gelacht und im Kino kam das sogar noch besser an.

Der Film hat relativ aufwändige Effekte und erscheint durch schauspielerische Leistungen und Dialoge sehr professionell - was für deutsche Filme nicht selbstverständlich ist.
Man sieht, dass die Filmemache sich echt Mühe gegeben haben den Film durchzustylen.

Negativ

Nun fragt sich der Buchkenner, wie denn der Show-Down umgesetzt werden kann, wenn doch mit Maries Schwester eine dafür wichtige Hauptperson fehlt.
Ganz einfach: Sie verändern den Show-Down einfach... komplett.

War das nun eine kluge Entscheidung? Meines Erachtens, nein!
Im Buch wird die Rolle von Gott sehr vorsichtig, aber trotzdem humorvoll behandelt.
Im Film ist er plötzlich ein alter Mann mit weißem Bart und führt einen endlosen Monolog mit einer wirren Theorie des Drehbuchautors. David Safiers Lösung war ein wesentlich gelungenerer Spagat ein zufriedenstellendes Ende für Christen und Nicht-Christen zu diesem Thema zu finden.

Im Film denkt man sich eher:"Hä? Stellt er Gott gerade als senilen, alten Tattagreis da?" Offensichtlich schon. Das fand ich sehr ärgerlich, denn diese komische, wirre Erklärung für Gottes Handeln gibt es im Buch nicht und sie ist weder witzig, noch spannend, sondern einfach nur überflüssig. Und dazu noch langweilig. Was sollte das denn bitte?






Rundum hat mir der Film sehr gut gefallen. Wer den Film mochte darf auch gerne das Buch lesen, weil es noch viel, viel mehr zu bieten hat, als man im Film hätte verarbeiten können.
Die Szene zwischen Show-Down und Ende, in der Gott ellenlange irgendwas herumspinnt fand ich einfach nur daneben. Dafür gibt es einen Punkt Abzug.
Zum Glück kann der Film in vielen anderen Dingen, wie Humor, Spannung, Effekte, Charaktere und Schauspieler punkten. Ich seh ihn mehr immer wieder gerne an und fühle mich immer gut unterhalten!

Als alleinstehender Film:  
♥♥♥♥  
Als Buchverfilmung:  
♥♥♥♥

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