Donnerstag, 9. Januar 2014

Rezension: Recovery von Manuela Reizel



Autor: Manuela Reizel
Genre: Thriller
Reihe (Rezensionen im Garten)
  • Band 2: Recovery
Verlag: Braumüller Literaturverlag
Erschienen: 1. Oktober 2013
ISBN: 978-3-9920-0102-6
Broschiert: 420 Seiten; 19,90€
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Eine Gesellschaft wächst an jenen, die sie infrage stellen







"Informationen, die von machtvollen Interessengruppen zurückgehalten werden. Welche Wahrheiten über das sagenumwitterte "Bohemian Grove" und die Anschläge von 9/11 sollen niemals an die Öffentlichkeit gelangen? Wer sind die Entscheidungsträger in der neuen Hightech-Gesellschaft?Die Autorin setzt sich mit kontroversen politischen und technischen Fragestellungen auf der Basis realer Fakten auseinander und kommt dabei zu beunruhigenden Ergebnissen."







In einer Welt, die zunehmens von IT beherrscht wird, in der Enthüllungsplattformen wie WikiLeaks kontrovers diskutiert werden und Leute wie Julian Assange oder Edward Snowden ihre Namen in Stein meißeln und sich als Whistleblower auch gleich zu Staatsfeinden machen, in dieser Welt voller Staats- und Abhöraffären, Überwachung durch Kameras, Internetmissbrauch und ständige Erreichbarkeit über das Smartphone, ist jeder einzelne von uns aufgefordert sich zu den aktuellen Themen eine Meinung zu bilden. Damit meine ich nicht die vielen Verschwörungstheorien (obwohl auch diese im Roman eine Rolle spielen).

Nein, was den Roman so zeitgerecht und aktuell macht, ist die Suche des Protagonisten Lukas nach der Wahrheit in mitten der Vertuschungen und Staatsgeheimnissen. Wie viel würdest du für die Wahrheit und ihre Enthüllung riskieren, fragt uns der Klappentext! Und so spannend wie diese Frage, ist auch das Buch.
Denn: Keine Siege, ohne Verluste!

Lukas arbeitet inzwischen bei der Gaming-Firma Avaleet und kämpft mit den schrecklichen Ereignissen der letzten Jahre. Eva versucht mit Kalles Eigenarten klar zukommen. Dr. Elvert bemüht sich Sabine beim verarbeiten eines Kindheitstraumas zu helfen. Aber sie kann sich an gar nichts mehr erinnern. Ralf fängt eine Stelle als Reporter an und macht sich prompt eine mysteriöse Bruderschaft zum Feind. Und zu guter Letzt Ciarán, der mit seinem Hacker-Team in den USA die Enthüllungsplattform underground.org betreibt und kurz davor stehen, eines der größten politischen Geheimnisse zu enthüllen.

"Während er mit seiner Klientin sprach, wandte sich der Blick des Therapeuten dem kleinen, weißen Origami-Kranich zu, der sich auf dem runden Tisch zwischen ihnen befand. Er stand schon so lange dort, dass seine Flügel allmählich vergilbten, doch es wäre Elvert nie in den Sinn gekommen, ihn zu entfernen. Er erfüllte eine wichtige Funktion. Er erinnerte ihn gleichzeitig daran, wie zerbrechlich, wie vergänglich alles ist, und daran, dass die Dinge oft nicht so sind, wie sie im ersten Moment erscheinen." (S.34)

Sobald man sich durch die ersten Seiten der Charakterflut durchgewühlt hat, kann man sich zurücklehnen und die konstante Spannung in den verschiedenen Handlungssträngen genießen. In dem einen Handlungsstrang treten die Protagonisten scheinbar auf einer Stelle, in dem anderen folgen überraschende Wendungen - während man mit dem letzten schon innerlich abgeschlossen hat, kommt dann doch noch das entscheidene Puzzlelteil.
Jedes Kapitel trägt eine mysteriöse Überschrift und wird entweder durch eine ebenso mysteriöse Rückblende (deren Sinn sich erst am Ende erschließt) oder durch ein passendes und sehr schönes Zitat (siehe Überschrift der Rezi) eingeleitet.

Die Personen sind sympathisch, sehr realistisch, aber auch verschieden (alleine durch die verschiedenen Nationalitäten) gezeichnet. Da die Hacker-Szene in diesem Buch eine große Rolle spielt, dürfte es nicht überraschen, ab und zu auf Fachjargon zu treffen, den man als Laie nicht versteht. Aber auch ohne dieses Verstehen, bleibt die Handlung einleuchtend und klar - Lassen Sie davon also nicht abschrecken!

Am Ende läuft alles zusammen und (auch wenn nicht jeder einzelne Konflikt aufgelöst wird und die Autorin es wagt, den Leser mit einem Cliffhanger am Ende zu überraschen, damit wir mit hechelnder Zunge auf die Erscheinung des Trilogie-Abschlusses warten dürfen) legt man die Lektüre mit klopfendem Herzen, aber befriedigten und angeregten Verstand zur Seite und freut sich über das soeben Gelesene und bald Erwartete!

Noch eine Anmerkung:
Da es sich um den zweiten Teil der Kranich-Trilogie handelt und es leider keine Zusammenfassung des ersten Teils in diesem Buch gibt, empfiehlt es sich, den ersten wirklich auch zu erst zu lesen, da einem danach die Charakterentwicklung des Protagonisten Lukas klarer wird und die Charakterflut am Anfang nicht so gigantisch ist.







Unbedingt lesen!


5/5 Schmetterlinge


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