Dienstag, 10. Juli 2012

Rezension: Junikäfer flieg von Chris Fabry





Autor: Chris Fabry
Originaltitel: June Bug
Verlag: Gerth Medien
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 978-3-8659-1641-9
Broschiert: 384 Seiten; 15,99€
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Ein lebensbejahendes Buch voller Hoffnung und Liebe.


 
 
 
 
 
"Die neunjährige Juni hat ihr ganzes Leben mit ihrem Vater in einem Wohnmobil auf den Straßen Amerikas verbracht. Und bisher war sie eigentlich glücklich mit ihrem Nomadendasein. Doch dann entdeckt sie durch Zufall ein Plakat mit einer Vermisstenanzeige. Und erkennt sich sofort wieder. Diese Entdeckung stellt ihr Leben auf den Kopf ..."




 

 




„Ich glaube, wenn man in einem Wohnmobil wohnt, kann man eins lernen: Es ist egal, wo du bist, wichtig ist nur, dass du mit Leuten zusammen bist, die du lieb hast.“
(Junikäfer flieg, S.109, Juni)
Dies ist die Geschichte der jungen Juni, auch genannt Junikäfer.
Oder ist es die Geschichte der Natalie Anne?
Wer ist Junikäfer wirklich?

Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Da gibt es einmal das alte Ehepaar, dass die jahrelange Suche nach ihrer vermissten Enkelin nicht aufgeben will, Sheriff Preston, der den ungelösten Fall der vermeintliche Entführung des Kindes noch einmal neu aufrollt, Sheila, die den nötigen Anstoß für Veränderung in dem Leben von Juni und ihrem Vater gibt, und zu guter Letzt Junis Vater, dem geheimnisvollen John Johnson, der als Einziger zu wissen scheint, was damals wirklich geschehen ist.
Damals, in der Nacht, in der Natalie Anne verschwand.
All diese Charaktere sind vielschichtig, interessant und liebenswert gestaltet. Während des Lesens erfährt man immer mehr über die Vergangenheiten der Personen, sodass man bald das Gefühl hat, selbst Teil der Geschichte zu sein, in dem hübschen Dorf Dogwood zu leben und im Fall des vermissten Mädchens mitzurätseln.
Einzig Juni erzählt aus der Ich-Perspektive, was sie zum stärksten und interessantesten Charakter macht. Man leidet und lacht mit ihr, spürt das Gras zwischen den Zehen, den Frühlingsduft in der Nase, und die Liebe der Menschen zu Gott in jeder Zeile.
Zusammen mit Juni und John lernt man neue Menschen und neue Orte kennen, man gewinnt Einsichten über das Leben und sich selbst, die Juni in den kleinen Weisheiten einer 9-Jährigen zusammenfasst, deren Augen manchmal mehr sehen als unsere.
„Manche Leute lächeln, wenn sie einem das Geld wegnehmen, und andere lächeln wenn sie einem helfen können.“ (Junikäfer flieg, S.299, Juni)
Juni ist auf der Suche nach ihrer Identität und Zugehörigkeit, John hat diese in Juni schon gefunden. Doch ewig kann er ihr ihre Vergangenheit nicht verschweigen. Sie fühlt sich hin und hergerissen, doch weiß sie, dass ihr zu Hause bei den Menschen ist, die sie lieben und von ihr geliebt werden. Wohin wird sie die Suche nach ihrer Vergangenheit führen?

Gott gibt der kleinen Juni Flügel, doch wo sie damit hinfliegt, müsst ihr schon selbst lesen.





 

„Am deutlichsten höre ich jedoch die Stimme meiner Tochter. Sie will mir sagen, dass der Weg zum inneren Frieden keine Autobahn ist, weil es auf diesem Weg nur wenigen Ausfahrten gibt. Wenn ich genau zuhöre, wird mir bewusst, dass das Gefühl der Zugehörigkeit nicht an einen Ort gebunden ist, auch nicht an ständige Bewegung, sondern an unser Herz.“
(Junikäfer flieg, S. 121, John)

Junikäfer muss man einfach lieben, sagt John.
Und da kann ich nur zustimmen!







5/5 Schmetterlingen

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